Samenspende bei einer Single-Frau
Redaktion: Ceres Kinderwunschzentrum Berlin
Medizinische Prüfung: Dr. Christian F. Stoll
Veröffentlichungsdatum: 18.10.2026
Hinweis: Dieses medizinische Fallbeispiel ist fiktiv und bezieht sich nicht auf eine konkrete Patientin oder einen konkreten Patienten. Verlauf und Ergebnis sind beispielhaft und kein Erfolgsversprechen.
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Navigation überspringen- Einleitung
- Ausgangssituation
- Diagnostik und relevante Befunde
- Rechtliche Situation und Voraussetzungen der Samenspende in Deutschland
- Behandlungsverlauf
- Was können Patientinnen aus diesem Fall mitnehmen?
Einleitung
Für Single Frauen und Frauenpaare ist die Behandlung mit Spendersamen eine Möglichkeit ihren Kinderwunsch zu erfüllen.
Der folgende fiktive Fall beschreibt den Weg einer Single Frau, die sich aufgrund ihres bestehenden Kinderwunsches in unserem Kinderwunschzentrum vorstellt und sich nach ausführlicher Beratung für eine Behandlung mit Spendersamen entscheidet.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Single Frau stellt sich mit bestehendem Kinderwunsch im Kinderwunschzentrum vor.
- Vor der Behandlung erfolgen eine ausführliche Anamnese, gynäkologische Untersuchung, laborchemische Analyse und Aufklärung
- Gemeinsam wird entschieden, ob zunächst eine Insemination mit Spendersamen oder eine Befruchtung außerhalb des Körpers (IVF oder ICSI) sinnvoll ist.
- Die Patientin entscheidet sich für eine koorperierende Samenbank.
- Die Behandlung erfolgt unter ärztlicher Begleitung und nach entsprechender Aufklärung über den Ablauf und die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie einer psychosozialen Beratung
Ausgangssituation
Die 34-jährige Patientin stellte sich mit dem Wunsch nach einem eigenen Kind in unserem Kinderwunschzentrum vor. Sie lebte ohne Partner und hatte sich nach längerer persönlicher Auseinandersetzung entschieden, ihren Kinderwunsch als Single Frau zu verwirklichen.
Bei der ersten Beratung war es der Patientin besonders wichtig zu wissen, welche Möglichkeiten ihr grundsätzlich zur Verfügung stehen und welche Untersuchungen vor einer Behandlung notwendig und empfohlen sind.
Diagnostik und relevante Befunde
Zunächst erfolgten eine ausführliche Anamnese und gynäkologische Untersuchung.
Dabei wurden unter anderem die Gebärmutter und die Eierstöcke per Ultraschall beurteilt. Zusätzlich wurde die ovarielle Reserve, also die ungefähre Einschätzung der noch vorhandenen Eizellreserve, anhand von Blutwerten und der Anzahl der antralen Follikel im Ultraschall beurteilt. Eine ausführliche endokronologische laborchemische Analyse wurde ebenfalls durchgeführt.
Es ergaben sich keine Hinweise auf eine schwerwiegende gynäkologische Erkrankung oder eine offensichtliche Einschränkung der Fruchtbarkeit.
Medizinische Einschätzung
Aus medizinischer Sicht war grundsätzlich eine Behandlung mit Spendersamen möglich.
Welche Behandlungsmethode gewählt wird, hängt unter anderem vom Alter der Patientin, den Befunden der Gebärmutter und Eileiter, der Hormonanalyse, der bisherigen Kinderwunschgeschichte sowie auch den Wünschen der Patientin ab.
Bei günstigen Voraussetzungen kann eine Insemination mit Spendersamen (IUI, intrauterine Insemination) ausreichend sein. Dabei werden aufbereitete Samenzellen direkt in die Gebärmutter eingebracht.
Eine andere Möglichkeit ist eine Befruchtung außerhalb des Körpers (IVF, In-vitro-Fertilisation oder ICSI, Intrazytoplasmatische Spermieninjektion). Dabei werden Eizellen nach einer hormonellen Stimulation aus den Eierstöcken entnommen und im Labor mit den Samenzellen zusammengebracht.
Für die Patientin war zunächst eine Behandlung mit Spendersamen im Rahmen einer Insemination eine geeignete Option.
Vor einer geplanten Insemination sollte in einer weiterführenden Diagnostik die Durchgängigkeit der Eileiter überprüft werden. Dies ist wichtig, weil die Befruchtung bei einer Insemination weiterhin im Körper der Frau stattfindet: Die Samenzellen müssen über die Gebärmutter in einen Eileiter gelangen, wo die Befruchtung der Eizelle stattfinden kann.
Die Eileiterdurchgängigkeit kann beispielsweise mittels Hysterosalpingo-Kontrastsonografie (Ultraschalluntersuchung mit Kontrastmittel, HSKS oder HyCoSy) beurteilt werden.
Rechtliche Situation und Voraussetzungen der Samenspende in Deutschland
Eine Samenspende ist in Deutschland grundsätzlich auch für Single Frauen und Frauenpaare möglich. Spendersamen kann dabei beispielsweise für eine Insemination, eine In-vitro-Fertilisation oder eine Intrazytoplasmatische Spermieninjektion verwendet werden.
Für die medizinisch unterstützte Samenspende gelten bestimmte gesetzliche und medizinische Vorgaben. Eine wichtige Grundlage ist das Samenspenderregistergesetz (SaRegG). Es regelt insbesondere die Dokumentation der Samenspende und soll sicherstellen, dass ein durch Samenspende gezeugtes Kind später Informationen über seine genetische Abstammung erhalten kann.
Vor der Behandlung muss die Empfängerin über die Verwendung von Spendersamen und über das Recht des später gezeugten Kindes auf Auskunft über den Samenspender aufgeklärt werden. Außerdem werden die erforderlichen Daten der Behandlung und der Samenspende dokumentiert und an das beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geführte Samenspenderregister übermittelt.
Eine durch ärztlich unterstützte Samenspende gezeugte Person kann gegenüber dem BfArM Auskunft über die im Samenspenderregister gespeicherten Daten des Spenders verlangen. Ab dem vollendeten 16. Lebensjahr kann die Person diesen Anspruch selbst geltend machen.
Deshalb werden die Empfängerinnen bereits vor der Behandlung darüber aufgeklärt, dass die Daten des Spenders dokumentiert werden und dem später gezeugten Kind unter den gesetzlichen Voraussetzungen eine entsprechende Auskunft ermöglicht wird.
Schutz des Samenspenders
Für eine Samenspende, die im Rahmen der gesetzlichen Regelungen und einer ärztlich unterstützten Behandlung erfolgt, ist außerdem geregelt, dass der Samenspender nicht allein aufgrund seiner Samenspende als rechtlicher Vater festgestellt werden kann. Das Samenspenderregistergesetz sieht ausdrücklich den Ausschluss der Feststellung der rechtlichen Vaterschaft des Samenspenders vor.
Was bedeutet das für Single Frauen und Frauenpaare?
Für eine Single Frau oder ein Frauenpaar kann eine Samenspende grundsätzlich eine Möglichkeit sein, den eigenen Kinderwunsch zu verwirklichen. Entscheidend sind dabei die individuelle medizinische Situation sowie die Voraussetzungen der behandelnden Kinderwunschklinik.
Bei einem Frauenpaar kann zusätzlich relevant sein, welche Partnerin die Schwangerschaft austrägt und welche rechtlichen Schritte hinsichtlich der Elternschaft erforderlich sind. Diese Fragen sollten vor der Behandlung individuell geklärt werden.
Da die rechtliche Situation bei Familiengründung mit Samenspende mehrere Bereiche des Familienrechts berührt, ist neben der ärztlichen und psychosozialen Beratung auch eine individuelle rechtliche Beratung vorausgesetzt.
Behandlungsverlauf
Nach Abschluss der Voruntersuchungen wurde gemeinsam mit der Patientin der Behandlungsplan festgelegt.
Da ihre Zyklusverhältnisse und die gynäkologischen Befunde günstig waren, wurde zunächst nach Überprüfung der Eilieterdurchgängigkeit eine Insemination mit Spendersamen durchgeführt.
Zum passenden Zeitpunkt im Zyklus wurde die Patientin in der Praxis vorgestellt. Der ausgewählte Spendersamen wurde aufbereitet und anschließend mit einem dünnen Katheter direkt in die Gebärmutter eingebracht.
Die Behandlung selbst dauerte nur wenige Minuten. Anschließend konnte die Patientin ihren normalen Alltag wieder aufnehmen.
Da eine einzelne Insemination nicht immer zu einer Schwangerschaft führt, wurde die Möglichkeit weiterer Behandlungszyklen besprochen.
Im ersten und zweiten Behandlungszyklus trat keine Schwangerschaft ein. Nach einer erneuten Besprechung wurde ein weiterer Zyklus mit Spendersamen durchgeführt. Im dritten Behandlungszyklus kam es zu einer Schwangerschaft.
Was können Patientinnen aus diesem Fall mitnehmen?
- Der dargestellte Verlauf ist ein fiktives Beispiel und kann nicht auf jede Patientin übertragen werden.
- Eine Insemination ist nicht für jede Frau die empfohlene Methode. Je nach Alter, Eizellreserve, Zyklus, Eileiterfunktion und weiteren individuellen Faktoren kann auch eine andere Behandlungsmethode sinnvoll sein.
- Die Entscheidung für eine Behandlung mit Spendersamen ist eine sehr persönliche Entscheidung. Neben den medizinischen Fragen können dabei auch emotionale, familiäre und rechtliche Aspekte eine wichtige Rolle spielen. Eine individuelle Beratung im Kinderwunschzentrum ist daher entscheidend.
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