Wiederholte Fehlgeburten

Eine Fehlgeburt (Abort) ist ein trauriges Ereignis für alle Paare, die sich ein gemeinsames Kind wünschen. Die erste Frage, die sich dabei häufig die Frau stellt ist: „Habe ich etwas falsch gemacht?“.

Die Wahrheit ist: eine Frau kann durch ihr Verhalten, z.B. Stress, berufliche Tätigkeit, aber auch Sex oder leichte sportliche Aktivität eine Fehlgeburt nicht herbeiführen.

Eine wiederholte Fehlgeburt wird medizinisch so definiert, dass es dreimalig nacheinander zu einem Abgang der Schwangerschaft gekommen ist. Man spricht dann von „habituellen Aborten“.

Die Ursachen hierfür sind komplex. Und erfordern eine Spezialdiagnostik:

  1. Ausschluss von immunologischen Faktoren:
    Das Immunsystem der Frau spielt eine große Rolle bei der Akzeptanz des Embryos in der Gebärmutter und dem mütterlichen Immunsystem. Eine Imbalance des Abwehrsystems der Mutter oder z.B. ein erhöhter Anteil an natürlichen Killer Zellen im Blut oder in der Gebärmutterschleimhaut können zu einer Abstoßung der Schwangerschaft führen.
  2. Organische Abklärung:
    Ausschluss von Auffälligkeiten der Gebärmutter (Uterus subseptus, Cervixinsuffizienz, Polypen, etc)
  3. Erbgutabklärung:
    Erstellung einer Chromosomenanalyse bei Mann und Frau um angeborenen erbliche (genetische) Störungen auszuschließen)
  4. Ausschluss von Störungen des Gerinnungssystems:
    Bei einer erhöhten Blutgerinnungsneigung kann es zu kleine Thrombosen (Blutgerinnsel, die zu Gefäßverschlüssen führen können) in der Gebärmutterschleimhaut kommen, die die Schwangerschaft mangels Blutversorgung absterben lassen
  5. Ausschluss von chronischen Entzündungen:
    Eine chronische Entzündung, die subjektiv gar nicht wahrgenommen wird,  kann ebenfalls den Abgang einer Schwangerschaft verursachen
  6. Ausschluss einer männlichen Ursache der wiederholten Fehlgeburten:
    Der Embryo ist nur so gut, wie die Ei – und Samenzelle aus der er entstanden ist. Es empfiehlt sich hier ein Spermiogramm unter dem hochauflösendem Mikroskop (MSOME Spermiogramm) sowie die Kontrolle der Samenanalyse auf eine erhöhte Anzahl von Strangbrüchen in der DNA (HALO Sperm)
  7. Ausschluss von hormonellen Ursachen:
    Ein Mangel an Gelbkörperhormone, aber auch andere Hormonursachen, wie z.B. eine Schilddrüsenfehlfunktion können das Risiko einer Fehlgeburt deutlich erhöhen.