Spezialmethoden

Da die Kinderwunschbehandlung leider keine Garantie auf den sicheren Eintritt einer Schwangerschaft ist, arbeiten Ärzte und Biologen seit langer Zeit an Verfahren, die die Wahrscheinlichkeit zum Eintritt einer Schwangerschaft steigern.

Wenn man das komplette Spektrum ausschöpft, können im Idealfall um bis zu ein Drittel höhere Schwangerschaftsraten erzielt werden.

Im Kinderwunschzentrum Berlin bieten wir Ihnen alle Möglichkeiten an, die in Deutschland zugelassen sind und die ihren positiven Einfluss auf die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit gezeigt haben.

Laser Assisted Hatching („Schlüpfhilfe“)

Laser Assisted Hatching („Schlüpfhilfe“)

In verschiedenen Studien wurde festgestellt, dass durch die Herstellung einer kleinen Öffnung in der äußeren Eihülle (Zona pellucida) unmittelbar vor dem Embryotransfer das «Schlüpfen» und damit die Einnistung verbessert werden kann.

Mit einem feinen Laserstrahl wird ohne Risiko für eine Schädigung des Embryos eine kleine Öffnung in die Zona pellucida hergestellt.

Unterstützung der Einnistung („assisted hatching“)
Unterstützung der Einnistung („assisted hatching“)
Spindelview

Spindelview

Die Spindel spielt eine zentrale Rolle in der Reifung der menschlichen Eizelle; sie ist für die sorgfältige Ausrichtung und Verteilung der Chromosomen während der Zellteilung verantwortlich. Mit zunehmendem Alter der Frau treten Spindel-Abnormalitäten bei den Eizellen auf. Die Abwesenheit der Spindel ist mit einer deutlich reduzierten Befruchtungsrate und schlechter oder keiner Embryonalentwicklung korreliert. Auch die Ausrichtung der Spindel während der ICSI hat Einfluss auf die weitere Entwicklung der Embryonen. Nur bei einer korrekten Verteilung hat der Embryo die besten Aussichten auf eine erfolgreiche Schwangerschaft.

Polar Aide©

Polar Aide©

Der Erfolg einer ICSI Therapie ist entscheidend auch von der Identifikation und Auswahl der optimalen Eizelle abhängig.

Jede Eizelle ist von einer Schutzhülle, der Zona Pellucida, umgeben. In mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, dass bei Einsatz eines speziellen Polarisationsfilters bei der ICSI Therapie ein direkter Zusammenhang zwischen der Art der Lichtbrechung und der Qualität und Entwicklungsfähigkeit der Eizelle besteht. Eine spezielle Software (Polar Aide©) analysiert dabei in wenigen Sekunden die Art der Lichtbrechung der Zona Pellucida und stellt diese optisch dar.

Eine hohe Lichtbrechung weist dabei auf eine besonders potente Eizelle hin, eine geringe Lichtbrechung hingegen bescheinigt der Eizelle eine schlechtere Entwicklungschance. Die Aussagekraft dieser Analyse ist den bisherigen Beurteilungsverfahren überlegen und verbessert die Erkennung optimaler Eizellen für die weitere Kultur und den Embryotransfer. In einer aktuellen Studie (2008) führte die Anwendung dieser Methode zu deutlich erhöhten Schwangerschafts- und Geburtenraten. Viele wissenschaftliche Veröffentlichungen konnten zeigen, dass die Polarisationsmikroskopie für Eizellen völlig unschädlich ist.

Polar Aide©
Polar Aide©
Blastozystenkultur (verlängerte Eizellkultur)

Blastozystenkultur (verlängerte Eizellkultur)

Die Embryonen werden bei der Blastozystenkultur nicht am dritten, sondern erst am fünften Tag übertragen.

Eine Blastozyste ist ein weiter entwickelter Embryo.

Die verlängerte Eizellkultur verbessert die Synchronisierung zwischen Uterus, der Gebärmutterschleimhaut und dem Embryo.

Des weiteren sind höhere Einnistungsraten des Embryos in die Gebärmutterschleimhaut bekannt.

Die Blastozystenkultur ist allerdings nur bei einem Teil der befruchteten Eizellen möglich. Bei allen anderen Embryonen empfiehlt sich ein Transfer am Tag zwei oder drei nach der Entnahme.

Die „Einnistungsspritze“

Die „Einnistungsspritze“

Um die Einnistung der Embryonen in die Gebärmutterschleimhaut zu begünstigen, gibt es Hinweise, das dies durch ein spezielles Medikament günstig beeinflusst werden kann. Diese Spritze bezeichnen wir als „Einnistungsspritze“.

Embryoglue („Embryonenkleber“)

Embryoglue („Embryonenkleber“)

Seit 2002 gibt es ein Medium, welches speziell für den Embryo-Transfer nach einer künstlichen Befruchtung entwickelt wurde und die Einnistung (Implantation) verbessern soll. Seine physikalischen Eigenschaften sind denen der Sekrete in der Gebärmutter sehr ähnlich.

Polkörperuntersuchung

Polkörperuntersuchung

Durch Entnahme eines Polkörpers der Eizelle kann eine Aussage über den Chromosomensatz der Eizelle gemacht werden (Polkörperuntersuchung). Da nicht jede Eizelle genetisch in Ordnung ist, kann man auf diesem Weg gesunde Eizellen auswählen und später als Embryonen übertragen.

Kryokonservierung

Kryokonservierung

Überzählige befruchtete Eizellen, die sich im Rahmen der künstlichen Befruchtung gewinnen ließen bei –196°C im flüssigen Stickstoff aufbewahrt werden. Der Vorgang des Einfrierens und die Aufbewahrung im eingefrorenen Zustand wird Kryokonser-vierung genannt.

Zu einem späteren Zeitpunkt können diese Eizellen wieder aufgetaut und in Ihre Gebärmutter zurück übertragen werden (Embryotransfer).

Gleichzeitig können beim Ausbleiben einer Schwangerschaft oder bei erneutem Kinderwunsch ohne erneute Stimulation der Ovarien, durch die Übertragung aufgetauter Eizellen (Kryozyklus) Schwangerschaften erreicht werden.

Es können auch unbefruchtete Eizellen, Samenzellen und z.B. Hoden oder Eierstockgewebe eingefroren werden

TESE / MESA Operation

TESE / MESA Operation

Werden bei einem Mann keine Samenzellen im Ejakulat gefunden oder hatte er in der Vergangenheit eine Sterilisation vornehmen lassen, können meist Samenzellen direkt im Hoden (TESE Operation) oder im Nebenhoden (MESA Operation) gewonnen werden.

Die Anzahl der gewonnen Samenzellen ist dabei so gering, daß die gewonnene Menge nur für eine künstliche Befruchtung ausreicht.

Dieser Eingriff wird von einem erfahrenen Urologen direkt im Kinderwunschzentrum Berlin durchgeführt. Das  Hoden/Neben-hodengewebe wird sofort von dem Laborteam untersucht.

Die auf diesem Weg gewonnenen Samenzellen werden abschließend eingefroren (kryokonserviert) und stehen dann für eine Therapie zur Verfügung.

Erkrankungen des Hodens und der Samenwege
Erkrankungen des Hodens und der Samenwege