Eizellreserve

Eizellen werden im Gegensatz zu Samenzellen nicht neu produziert. Jede Frau hat von Geburt an eine gewisse Eizellreserve, die sie im Laufe Ihres Lebens verbraucht.

Die Eizellanzahl und damit die verbleibende Dauer der Fruchtbarkeit der Frau lässt sich mittels Bestimmung zweier Hormone und einer Ultraschalluntersuchung abschätzen:

AMH (Anti-Müller-Hormon)
Es wird von Zellen produziert, die die im Eierstock ruhenden Eizellen umgeben. Es ist der wichtigste Marker der Eierstockreserve und kann bei niedrigen Werten eine vorzeitige ovarielle Erschöpfung der Eizellreserve anzeigen.

FSH (Follikel-Stimulierende Hormon)
Es wird in der Hirnanhangsdrüse produziert und bewirkt die Reifung der Eibläschen, die auch die Eizellen beinhalten. Durch ein Ansteigen eines weiteren Hormons (LH = Luteinisierendes Hormon)) kommt es dann im weiteren Verlauf zum Eisprung.

FSH ist ein Marker der Eizellreserve. Ein sehr hoher Wert kann auf ein vorzeitiges Versagen der Eierstöcke hindeuten, denn ohne Eizellen ist eine Schwangerschaft natürlich nicht möglich.

Ultraschall
Ergänzend können die am Anfang des Zyklus vorhandenen Mini-Eibläschen (antrale Follikel) im Ultraschall gezählt werden (AFC = Antraler Follikel Count). Ein sehr niedriger Wert ist ungünstig und zeigt einen Mangel an Eizellen an.

POF Syndrom (Premature Ovarian Failure)
Ist die Eizellreserve erschöpft, spricht man von einem vorzeitigen Versagen der Eierstöcke vor den Wechseljahren (POF Syndrom). Dieses POF Syndrom geht oft nicht mit dem Alter der Frau einher, sondern wir haben das dramatische Absinken der vorhandenen Eizellen auch schon bei sehr jungen Frauen Anfang 20 feststellen können.

Wenn tatsächlich bei bestehendem Kinderwunsch die Eizellreserve stark eingeschränkt ist muss ggf. aus Zeitgründen auch eine intensivere Kinderwunschtherapie wie zum Beispiel eine IVF diskutiert werden.

Eizellreserve und Hormone
Eizellreserve und Hormone